Beauftragung der Erstellung eines Konzeptes zum kommunalen Sturzflut – Risikomanagement

Starkregen
Starkregen

ABGELEHNT: Antrag der Grünen Fraktion zum Haushalt 2021

Bei den Haushaltsberatungen am 23.02.2021 fand sich für diesen Antrag keine Mehrheit.

Der Kitzinger Stadtrat hat sich berechtigterweise für 2021 ein Spardiktat auferlegt. Doch die Prioritätensetzung zeigt, dass die Auswirkungen des Klimawandels in vielen Köpfen noch nicht wirklich angekommen sind: Statt beherzt in sinnvolle Maßnahmen zu investieren, mit denen sich die Stadt Kitzingen gegen zu erwartende Folgeschäden aufgrund von Starkregenereignissen wappnen könnte, werden lieber Millionen für prestigeträchtige Bauprojekte bereitgestellt.

Eva Trapp, Vorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Kitzingen

Das haben wir beantragt:

Im Verwaltungshaushalt sind 60.000 € zur „Erstellung eines Konzeptes zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ einzustellen.

Begründung:

Infolge des Klimawandels wandelt sich auch die Verteilung der Niederschläge: Es steigt die Häufigkeit und Dauer von Hitze und Dürre-Perioden und des wächst auch das Risiko von extremen Starkregen, die auf einzelne Kommunen oder sogar Stadtteile begrenzt sind und verheerende Auswirkungen haben können (so z. B. Schlammlawinen 2009 in Dettelbach, Winterhausen 2016, Hochwasser in Schwarzach 2013, Kitzingen 2011 und 2018).

Starkregenereignisse unterscheiden sich deutlich von “normalen” Hochwassersituationen:

  • extrem kurze Vorwarnzeiten
  • im Fokus steht der wilde Abfluss über die Fläche, massive Erosionen und Überschwemmungen entlang von kleineren Gewässern
  • durch die hohen Niederschlagsmengen dominiert häufig ein oberirdischer Abfluss auch außerhalb von Gewässern und der Kanalisation
  • da die Kanalisation und weitere Entwässerungssysteme diese Wassermassen nicht aufnehmen können und ein kompletter baulicher Schutz nicht möglich ist, spielen in der Bewältigung Kommunikation, Eigenvorsorge der Bevölkerung und eine vorausschauende Planung im Katastrophenschutz eine zentrale Rolle

Die Vermeidung bzw. Minimierung von Schäden durch Starkregenereignisse ist daher eine zentrale Zukunftsaufgabe (auch im Hinblick auf die Klimaanpassung).

Daher soll ein Konzept zum kommunalen Sturzflut – Risikomanagement erstellt werden wie es auch schon Nachbargemeinden haben (z.B. Rödelsee). Die Gesamtkosten werden auf 60.000 € geschätzt. Wesentliche Punkte sind die Bestandsanalyse, die Gefahrenermittlung, die Risikoermittlung sowie die Erstellung eines Handlungskonzeptes (Abstimmung der Akteure).

Eine Erstellung kommt nur dann in Frage, wenn hierfür eine Förderung über das Bayerische Sonderförderprogramm zu integralen Konzepten zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement erreicht werden kann. In diesem Fall würden 45.000 € über Fördermittel finanziert werden (75% der förderfähigen Kosten).

Die bayerische Staatsregierung hat seit Mitte September 2017 ein Sonderförderprogramm „integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ aufgelegt. Das Programm ist zwar Ende 2020 ausgelaufen, es ist aber davon auszugehen, dass bei den Beratungen der neuen Förderrichtlinien des Freistaates Bayern (RZWas2021) mit einer Fortsetzung der Förderung durch den Freistaat Bayern auch bei einer Antragstellung nach dem 31.12.2020 mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu rechnen ist.

Ansprechpartner: Klaus Sanzenbacher, Stadtrat


Die Mainpost berichtete:

https://www.mainpost.de/regional/kitzingen/umweltschutz-antraege-drei-fielen-runter-einer-ging-durch-art-10569864