Mehr Grün und Wasser in der Kitzinger Innenstadt

Fotomontage: Stephanie Schumacher und Michael Zink auf begrüntem Landwehrplatz euen.
Fotomontage: Stephanie Schumacher und Michael Zink würden sich über einen begrünten Landwehrplatz freuen. © Michael Zink

Ein Stadtrundgang zu Flächen mit Klima-Potenzial

Man muss nicht mit der Lupe suchen, wenn man im Innenstadtgebiet Kitzingens triste Flächen entdecken will, die sich für Begrünung anbieten. Der Landwehrplatz, der sich heute als leblose Schotterfläche präsentiert, könnte ohne viel Aufwand bepflanzt werden. Der neu zu gestaltende Königsplatz hat sogar das Potenzial für einen kleinen Innenstadt-Park. Kaum Grün zu sehen ist dagegen in Würzburger Straße, Kaiserstraße, Fischergasse, Schrannenstraße, Falterstraße und Herrenstraße. Auch am Unteren Mainkai und beim Falterturm ist reichlich Raum für mehr Grün oder kühlende Wasseroasen.

Gerade in anhaltenden Hitzeperioden mit Tropennächten kann jeder spüren, wie belastend das Kleinklima in der Kitzinger Innenstadt ist. Einen wesentlichen Anteil daran haben die vielen, mit Asphalt oder Steinen versiegelte Flächen, die sich schnell aufheizen und zur Überhitzung führen.

Wo weit und breit nur Schotter, Asphalt oder Stein vorherrscht, da erwärmt sich der Boden und die Hitze staut sich. Wir könnten die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt deutlich verbessern, indem wir an möglichst vielen dieser Stellen Bäume pflanzen, Blühstreifen oder gar offene Wasserläufe anlegen.

GRÜNE Ortsverbandssprecherin Eva Trapp

Durch mehr Begrünung wird nicht nur das Kleinklima positiv beeinflusst, sondern auch präventiv überschwemmten Straßen und Kellern bei sturzflutartigen Regenfällen vorgebeugt. Wenn Flächen entsiegelt und begrünt werden, wird der Boden durchlässig und mehr Regenwasser kann einsickern und wie von einem Schwamm gespeichert werden. Zugleich erhöht sich durch das Mehr an Lebensräumen für Pflanzen und Tiere die biologische Vielfalt in der Stadt.

Der GRÜNE Umweltexperte Klaus Sanzenbacher hält hierfür einen strategisch angelegten Flächenplan für sogenannte grüne und blaue Infrastruktur für notwendig:

Dazu gehören neben Bäumen, Parks, Dach- und Fassadenbegrünung auch Wasser in Form von offenen Bachläufen, Brunnen oder Wasserverneblern, die Freibereiche herunterkühlen können. Wo kein Baum gepflanzt werden kann, kann auch mobiles Grün zum Einsatz kommen. Dies alles müssen wir bei der angedachten Neuplanung der Kitzinger Innenstadt unbedingt berücksichtigen

Kreisumweltreferent Klaus Sanzenbacher

Im Hinblick auf das Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts sollte die Stadt Kitzingen schnell aktiv werden und systematisch für mehr Begrünung sorgen. Bayerns Städte und Gemeinden erhalten dafür großzügige Fördermöglichkeiten.


All diese Flächen bieten reichlich Potenzial für mehr Grün oder Wasser-Oasen

Fotos: Eva Trapp, Christa Büttner. Fotomontagen ©Michael Zink