Das brachliegende Gelände des ehemaligen Bahnhofs Etwashausen

Das brachliegende Gelände des ehemaligen Bahnhofs Etwashausen. Foto: Herbert Schmidt

Potenzial am Etwashäuser Bahnhof erkennen und die Bürger beteiligen

von Andrea Schmidt und Eva Trapp

Ortsverband der GRÜNEN lehnt Pläne für Einzelhandelsbebauung ab

Die Kitzinger GRÜNEN sprechen sich für eine städtebauliche Aufwertung des Bahnhofsgeländes in Etwashausen aus, bei dem das ökologische Potenzial der Fläche genutzt wird. Fraktionsvorsitzende Andrea Schmidt wünscht sich vor der Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens eine Bürgeranhörung bzw. Bürgerbeteiligung.

Statt weiterer massiver Bebauung und Flächenversiegelung sollte das Gelände in Form eines Grünzuges mit Naherholungsflächen genutzt werden. Eine Aufforstung oder Grünanlage wäre ein großer Zugewinn an Aufenthaltsqualität für das Wohnquartier Etwashausen.  Gerade bei hochsommerlichen Temperaturen sorgen Bäume für fühlbare Herunterkühlung.

Aufgrund der Größe des Areals bestünde auch die Möglichkeit dort auf einer Teilfläche Wohnbebauung zu realisieren. Fraktionsvorsitzende Andrea Schmidt: „Mir ist unverständlich, weshalb die Stadt einmal wieder die Planungshoheit aus der Hand geben und nahezu unreflektiert dem Vorhaben eines Investors folgen will, für das es keine gewichtigen Argumente gibt.“

Im Gegenteil: Die Pläne des Investors, das Gelände mit Discounter, Vollsortimenter und Drogeriemarkt zu bebauen, stehen völlig konträr zur Überversorgung Kitzingens im Lebensmittelsegment. Eine aktuelle Studie der Uni Würzburg im Auftrag der IHK Würzburg-Schweinfurt belegt eindeutig, dass das Mittelzentrum Kitzingen schon jetzt über eine sehr gute Nahversorgung verfügt. Laut Ortsverbandssprecherin Eva Trapp würden auch die Folgen für die Kitzinger Innenstadt nicht bedacht: „Es ist fraglich, ob der Discounter Norma und der Drogeriemarkt Rossmann der Innenstadt treu bleiben werden, wenn außerhalb des Stadtzentrums größere Flächen und mehr Parkplätze offeriert werden. So trüge die Stadt – konträr zum Zentrenkonzept – selbst zum Ausverkauf der Innenstadt bei.“

Die Grünen kritisieren auch die enorme Flächenversiegelung von 4000-5000 qm durch die geplanten Gebäude sowie mehr als 200 Parkplätzen auf diesem Areal. Kitzingen hält schon jetzt mit knapp 60% Flächenversiegelung den traurigen Rekord in Unterfranken. Zudem würde man eine wichtige Frischluftschneise beeinträchtigen und den Anwohnern mehr Lärm- und Schadstoffbelastung zumuten. Schmidt: „Die Folgen des Klimawandels betreffen Kitzingen stark und müssen endlich auch Konsequenzen auf das Handeln im Stadtrat haben: Sparsame Bodenpolitik und Entscheidungen hin zu mehr Nachhaltigkeit sollten deshalb oberstes Gebot sein.

Berichterstattung auf mainpost.de zur IHK-Studie über Nahversorgung:

https://www.mainpost.de/regional/kitzingen/studie-wo-die-nahversorgung-im-landkreis-noch-luecken-zeigt;art773,10499645

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