Ortsverband der Grünen im Mittelwald Birklingen

Naturpädagogin Anke Camphausen (Mitte) informiert über die Bedeutung der Mittelwald-Bewirtschaftung

Flora und Fauna im Mittelwald

von Eva Trapp

Welche Rolle spielen Mittelwälder für Natur- und Artenschutz? Darüber informierten sich die Kitzinger GRÜNEN am 27. September 2020 im Iphöfer Stadtwald. Treffpunkt war der Mittelwaldpavillon bei der Bildeiche. Von da aus erkundeten die Naturfreunde die besondere Schönheit des Waldgebietes, welches bis heute noch traditionell genutzt wird. Naturpädagogin Anke Camphausen (wildwechsel.org) erklärte anschaulich das Prinzip der Mittelwald-Bewirtschaftung und verdeutlichte deren kulturhistorische Bedeutung.

Heute gibt es in Deutschland nur noch wenige Mittelwälder. Im Sinne von nachhaltiger Forstwirtschaft setzen aber bereits einige Bundesländer auf die Wiedereinführung der Mittelwaldwirtschaft. In den speziellen Ökosystemen der Mittelwälder – mit Eichen, Hainbuchen und Linden sowie dichtem Unterbewuchs – finden sich viele und seltene Pflanzen- und Tierarten. So können wertvolle Biotope entstehen, die eine tragende Rolle für den Klimaschutz spielen. GRÜNEN-Vorstandssprecherin Eva Trapp resümiert: „Die Rückführung von Teilbereichen der Wälder in eine Mittelwaldbewirtschaftung wäre sicherlich auch in Kitzingen eine sinnvolle Maßnahme für mehr Naturschutz. Durch die kleinteilige Flächennutzung in den Mittelwäldern könnte zudem breiteren Teilen der Gesellschaft das Ökosystem Wald nahegebracht werden.“

Die Ober- und Unterschichten der Mittelwälder versorgten die Bevölkerung bis weit in das 19. Jahrhundert abwechselnd mit Brennmaterial und Holz für den Bau von Fachwerkhäusern. Die gelichteten Flächen standen als Viehweide und für die Schweinemast zur Verfügung. Mit dem wachsenden Bedarf an Bauholz wurde der Großteil der deutschen Mittelwälder in Hochwälder überführt und unterliegt seitdem einer einseitigen Nutzung.

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