„Nahversorgung“ Marshall Heights

Zur Stadtratsitzung am 12.12.2019 stellte Stadträtin Andrea Schmidt einen erfolgreichen EILANTRAG, dass der Tagesordnungspunkt „Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan Nr. 107 Nahversorgung Marshall Heights / Flächennutzungsplanänderung“ abgesetzt wird, da dem gesamten Stadtrat wichtige Informationen vorenthalten würden, was genau auf diesem fast 11.000 qm großen Areal tatsächlich entstehen solle.

Hintergrund: Am 4.11.2019 wurden in der Besprechung der Fraktionsvorsitzenden vom Bauherrn und seinem Architekten eine Bauvoranfrage mit Plänen für ein sogenanntes „Nahversorgungszentrum Galerie Kitzingen“ unterbreitet.

Im Gegensatz zu den an diesem Termin vorgestellten Plänen mit Lebensmittelmarkt, Discounter (zusammen ca. 5000 qm), Elektronikmarkt, Drogeriemarkt, Dienstleister wie Bäcker, Metzger, Friseur, Blumen Arztpraxen, Büros, Apotheke, PhysioPraxis, Gastronomie etc.) ist im o.g. Aufstellungsbeschluss nur noch von einer reinen Nahversorgung die Rede, jedoch mit unveränderter Fläche von fast 11.000 qm!

Stadträtin Schmidt sieht es als offensichtlich an, dass mit dem Deckmantel Aufstellungsbeschluss, in dem jetzt lediglich von einer Nahversorgung die Rede ist, die Tür für ein weitaus größeres Vorhaben geöffnet werden soll . Die Tragweite und die Folgen einer solchen Entscheidung bedürfen jedoch einer ausführlichen Diskussion im Vorfeld – und dies, wie teilweise bereits gefordert, auch unter Berücksichtigung der Stellungnahmen von:

  • Stadtmarketingverein
  • Regierung von Unterfranken und
  • Einzelhandelsverband

Schmidt ist der Meinung. dass wenn – wie im Aufstellungsbeschluss angeführt – nur eine reine Nahversorgung beabsichtigt sei, diese auch auf vorhandenen Flächen innerhalb des Kerngebietes der Marshall Heights realisiert werden könne. Es gäbe Lebensmittelanbieter, die auch auf Flächen von 600-800 qm bereit seien, Läden zu betreiben.

Ohne auf weitere mögliche Folgen für die Innenstadt einzugehen ist festzuhalten, dass mit Schaffung eines solchen Zentrums allein das Angebot Nahversorgung-/Lebensmittelflächen in Kitzingen um etwa 25% des bereits Vorhandenen gesteigert wird. Entsprechend statistischen Werten des bayerischen Einzelhandels würde Kitzingen dann ein Angebot für fast 60.000 Einwohner vorhalten!

Nachdem über diesen Themenkomplex – ohne jegliche Transparenz – in einer mehr als dichtgedrängten Stadtratssitzung eine erforderliche intensive Diskussion unmöglich sei, erwirkte die GRÜNE Stadträtin die Absetzung dieses Punktes von der Tagesordnung. Wir sind gespannt, wie dieses Kapitel der Kitzinger Stadtgeschichte sich weiterentwickelt.

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