Ergebnisse – So haben wir abgestimmt
XL-Einkausfzentrum an der B8 kommt!
Mit 16:10 wurde der nächste Schritt für das Einkaufszentrum „Marshall Heights“ geebnet. Aufgrund der zahlreichen kritischen Stellungnahmen und Einwendungen wird der Bebauungsplan mit den geringfügigen textlich festgehaltenen Änderungen nun ein zweites Mal ausgelegt und steht dann in der nächsten Stadtratsitzung am 24.09.2026 erneut auf der Tagesordnung. Mit dem endgültigen Satzungsbeschluss ist spätestens im November zu rechnen.
Wir baten darum, das Projekt unter heutigen Bedingungen neu zu bewerten. 15 neue Mitglieder im Stadtrat – angespannte Wirtschaftslage – gedämpfte Konsumstimmung – mit Lidl und DM kommen zwei weitere Einkaufsmärkte am Lochweg – zunehmende Hitze, Trockenheit und Starkregen… vergeblich. Nachdem das Projekt seit Jahren diskutiert wird, wollte die Mehrheit sich vor allem gegenüber dem Investor als verlässlich präsentieren. Dagegen stimmten neben uns Grünen und ÖDP nur noch 5 der 7 anwesenden CSU-Stadträt*innen.
Auszug aus der Rede unser Fraktionsvorsitzenden Eva Trapp
Da es nach der Abwägung der öffentlichen Belange keine wesentlichen Änderungen gab, sehen wir das Projekt nach wie vor kritisch!
Das Zentrenkonzept wird mit Füßen getreten – Das Projekt schadet der Innenstadt
- Hier soll ein zusätzlicher Magnet am Stadtrand die Pkws abfangen. Wenn – wie im Gutachten angekündigt – „40% weniger Pkws die Stadt durchqueren, biegen die dann aber auch definitiv nicht in die Innenstadt ab!
- Der Action-Markt wird innenstadtrelevante Sortimente führen: Kleidung / Deko / Schreibwaren / Schuhe / Küchenartikel. Auch schon mal Markenware. Die Einzelhändler*innen in der Innenstadt sorgen sich zu recht!
- Die Unterscheidung zwischen „innenstadtrelevant“ und „innenstadtschädlich“ klingt fast zynisch.
- Wenn im Gutachten steht, das habe „keine erheblichen negativen Auswirkungen“ (für die Innenstadt), dann heißt das nicht, dass es keine negativen Auswirkungen gibt. Die werden durchaus eingeräumt. Und einen Euro kann man nur einmal ausgeben!
Wir Grünen würden lieber Kraft und Investitionen in die Innenstadtentwicklung lenken, so wie es z.B. die Städte Aschaffenburg und Lohr mit dem prämierten ISEK „Die Stadt von morgen“ getan haben.
Eine zusätzliche Ampel löst das Grundproblem nicht (zuviel Verkehr)
- Dieses autozentrierte Konzept bringt rund 4.600 zusätzliche Pkw-Bewegungen täglich mit sich.
- Der Stau dürfte sich auf der B8 lediglich verlagern (VOR der Ampel Richtung Würzburg)
- Für 3.400 Einwohner*innen im Muldenweggebiet, Eselsberg und angrenzende Wohngebiete bedeutet es: Längere Wege! Alle werden jetzt den Pkw nehmen (müssen); alle stadtauswärts auf die B8 fahren. Ergänzung: Das typische Gegenargument, es würden sowieso alle mit dem Pkw zum Einkaufen fahren, zeigt nur, dass man sich noch nie vertieft mit dem Thema Mobilität und dem Modal Split auseinandergesetzt hat. Die Wahl des Verkehrsmittels ist ganz klar entfernungsabhängig. Während man bei Großeinkäufen das Auto nimmt (sofern man im Besitz eines solchen ist), werden – bei kurzen Wegen (!) – die täglichen Besorgungen zum nächsten Laden oder Bäcker meist zu Fuß oder mit dem Rad erledigt. Im Stadtzentrum liegt der Fuß- und Radverkehrsanteil sehr hoch, aber bei Einkaufszentren am Stadtrand dominiert meist das Auto. Darauf zu steuern ist Politik aus dem vergangenen Jahrhundert!
- Es ist wieder mehr Ausweichverkehr über die Alemannenstraße zu erwarten.
Das Projekt ist völlig überdimensioniert
- Das Angebot an Lebensmitteleinzelhandel in Kitzingen ist schon heute weit über Bedarf – und das bei unterdurchschnittlicher Kaufkraft
- Die Potenzialanalyse ermittelte als Bedarf für einen Nahversorger des wachsenden Stadtteils Marsahlal Heights unter Berücksichtigung des Stadtteils Repperndorf 1.920 qm. Geplant sind rund 6.200 qm. Also 3x so viel! Das ist kein „Nahversorger“ mehr!
- Ein Action-Markt ist keine Nahversorgung!
- Man spricht von einer „städtebaulich integrierten“ Lage, aber der Standort liegt an einer Bundesstraße vor dem Ortsschild am Rand eines Wohngebiets.
- Hier soll Durchgangsverkehr von der B8 und Kundschaft aus dem Umland angezogen werden.
- Was uns besonders ärgert: Tausenden Menschen soll ihr bestehender, gut frequentierter und fußläufiger Nahversorger entzogen werden. Und Im Muldenweggebiet wohnen laut Zensus besonders viele ältere Menschen. Die Begründung lautet einfach „Pech gehabt“?
Ausmaß der Flächenversiegelung
- Etwa 1,2 Hektar werden zusätzlich versiegelt
- Das birgt Risiken für Mikroklima und Starkregenvorsorge
- Wir schaffen Bauruinen (REWE, ALDI, Futterhaus?)
- Dazu erfolgen noch weitere Ausführungen vom Umweltreferent Klaus Sanzenbacher
Wir wollen wissen:
- In der Abwägung wird konsequent PRO Vorhaben argumentiert. Wie unabhängig und neutral erfolgte die Abwägung der Stellungnahmen?
- Warum wurden die Einwände von IHK, Handelsverband und Bund Naturschutz nicht überzeugender beantwortet?
- Auf welchen belastbaren Daten beruhen die Prognosen? Es sind alles nur Annahmen. Worte wie „voraussichtlich“, „möglich“, „nicht erheblich“ „keine wesentlichen Auswirkungen“ sind allesamt unverbindlich und wiegen uns in falscher Sicherheit!
- Wieviel zusätzliche Steuereinnahmen und Arbeitsplätze entstehen tatsächlich, wenn Märkte nur verlagert werden?
- Zahlt „Action“ hier überhaupt Steuern?
- War die Verlagerung an die B8 wirklich ein proaktvier Wunsch der Einzelhandelsketten? War nicht zuerst das Angebot des Investors da, auf das die Ketten dankend aufgesprungen sind, weil sie sich an der B8 etwas mehr Umsatz versprechen. Und bevor die Konkurrenz hingeht…
- Würden REWE und ALDI ohne das Einkaufszentrum nachweislich schließen?
- Was geschieht dann mit den leerstehenden Gebäuden von REWE und ALDI in der Dagmar-Voßkühler-Straße?
- Brauchen wir zwei DM-Märkte in Kitzingen?
- Wurden wirklich alle Möglichkeiten für einen Nahversorger in den Marshall Heights geprüft – etwa ein genossenschaftlich organisierter 24/7- Supermarkt wie Tante ENSO?
Fazit: 6 Gründe, warum wir diesem Vorhaben nicht zustimmen!
- Schaden für die Innenstadt
- Erheblich mehr Pkw-Verkehr
- Schlechtere Einkaufswege für Tausende Menschen
- Das Projekt ist überdimensioniert und am Bedarf vorbei geplant
- Es werden unnötig 1,2 Hektar Flächen versiegelt – trotz vorhandenem und geeignetem Leerstand
- Es bringt Risiken fürs Mikroklima und Überflutungsvorsorge mit sich
Die Unternehmen und der Investor dürfen und müssen wirtschaftliche Interessen verfolgen.
Wir im Stadtrat tragen jedoch Verantwortung für die gesamte Stadt.
Unser Antrag „Verbesserung des Stadtklimas durch mehr Baumpflanzungen und Kostenreduktion durch Umstellung von Wechsel- auf Dauergrün“
Grundsätzlich positive Haltung zum Antrag. In der Sitzung einigte man sich darauf, dass nicht „alle“ Standorte zu eruieren sein, sondern nur „geeignete“ gefunden werden. Hervorgehobene Lagen wie z.B. am Rosengarten sollen ausgenommen bleiben. Die Stadtverwaltung wird Vorschläge ausarbeiten und auf den Umweltreferenten zukommen. Deswegen haben wir den Antrag zurückgezogen.