Wir sagen NEIN zum überdimensionierten Einkaufszentrum an der B8!

In der Stadtratssitzung diesen Donnerstag wird entschieden, ob das Einzelhandelszentrum Marshall Heights umgesetzt wird. Wie Ihr wisst, sehen wir dieses Projekt äußerst kritisch und hatten im Dezember 2025 gemeinsam mit SPD und ÖDP zu einem Bürgerbegehren aufgerufen. Das wurde dadurch ausgespielt, dass es hieß, die Stadt selbst würde ein Ratsbegehren machen, was gesetzlich aber gar nicht erlaubt ist.

Spannend bleibt, ob sich die Kitzinger Einzelhändler schon damit abgefunden haben oder ob es – wenn das Projekt am Donnerstag durchgeht –  doch noch einen Ruck gibt und sich eine Bürgerinitiative findet. Listen auslegen und unterschreiben wollen viele – aber es braucht Persönlichkeiten, die sich vorne hinstellen.

Unsere Hoffnung, dass es aufgrund der zahlreichen kritischen Stellungnahmen und Einwendungen – z.B. vom Handelsverband, einem Verkehrsplaner und dem Bund Naturschutz – Verbesserungen / Anpassungen geben würde, hat sich leider nicht erfüllt.

So bleiben alle Kritikpunkte bestehen!

WER AM STADTRAND EINKAUFT,  FÄHRT NICHT MEHR IN DIE INNENSTADT!

Alle reden von der Belebung der Innenstadt – aber so wird das nichts!

Papier ist geduldig? Das Zentrenkonzept zum Schutz des inhabergeführten Einzelhandels ist ja „nur ein Konzept“? Dieses Einkaufszentrum mit dem „Action“-Markt, der alles Mögliche zu supergünstigen Preisen anbieten darf, wird ein zusätzlicher Sargnagel für die Innenstadt!

WIR wollen lieber unsere Innenstadt attraktiver machen und die Menschen dorthin locken! Leerstand aktiv angehen. Parkmöglichkeiten bekannt machen. Parkleitsystem. Aufenthaltsqualität verbessern. Begegnungsraum schaffen. Die Innenstadt hat noch soviel Potenzial!

HORROR! Nichts geht mehr auf der B8!

Willkommen in Kitzingen: Wollen wir Besucher*innen im Stau empfangen?

Betreiben wir eine Challenge, wie man die Durchfahrt durch die Stadt maximal in die Länge ziehen kann?

Wenn das Einkaufszentrum an die B8 gesetzt wird, dann ist jeden Tag mit 4.600 zusätzlichen Pkw-Bewegungen zu rechnen. Die B8 ist schon jetzt zu verschiedensten Tageszeiten regelmäßig verstopft.

Eine weitere Ampel und noch mehr Verkehr kann niemand wollen! Auch nicht die Polizei, die in den Marshall Heights bald ihre Polizeistation haben wird mit direkter Ausfahrt auf die B8 (in den Stau).

Es ist zu befürchten, dass Ortskundige vermehrt die Abkürzung Alemannenstraße durch das Wohngebiet und am Kindergarten vorbei nutzen werden.

Schneidet das Muldenweggebiet nicht von der Nahversorgung ab!

Dem einen nehmen, um dem anderen zu geben? Fair ist das nicht!

Menschen, die im Muldenweggebiet und Umgebung leben und jetzt zu Fuß einkaufen können, sollen zukünftig über die hoch frequentierte B8 gezwungen werden. Wenn die Einkaufswege erheblich länger werden, geht ohne Pkw nichts mehr. Senioren und Menschen mit Einschränkungen haben das Nachsehen. Im Muldenweggebiet wohnen lt. Zenus überdurchschnittlich viele ältere Menschen. Wie sollen Menschen ohne Pkw oder Führerschein zum neuen Einkaufszentrum kommen? Sollte der Stadtbus tatsächlich umgesetzt werden, darf die Anbindung der Menschen im Muldenweggebiet nicht vergessen werden!

Hinweis zum Modal Split:

Welches Verkehrsmittel die Menschen zum Einkaufen nutzen, ist entfernungsabhängig!

< 1 km:           77% zu Fuß

1-4 km:          23% zu Fuß / 55% Pkw

5-10 km         80% Pkw

VON HIER KAMEN 2024 DIE FLUTEN! WAHNSINN, hier noch mehr Fläche zu versiegeln!

Der Hügel der für das Einkaufszentrum abgetragen werden soll, kann einiges an Wasser aufnehmen. Wenn wir ernsthaft über Sturzflutmanagement reden, dann ist es der falsche Weg, unnötige 1,3 Hektar Fläche zu versiegeln! Es ist zwar ein Rückhaltebecken geplant, aber das Oberflächenwasser der 13.000 qm großen Fläche soll direkt in den Mühlbach eingeleitet werden. Hier sollte das Wasser nicht abgeleitet werden, sondern großflächig versickern können!

VIEL ZU GROSS. VIEL ZU VIEL.

Der Stadtteil Marshall Heights braucht definitiv einen Nahversorger = Lebensmittelladen, aber keine Riesen-Verkaufsfläche von 6.000 qm!

Das Einkaufszentrum ist KEIN Nahversorger. Hier soll ein „Magnet“ geschaffen werden, der Kaufkraft aus dem Umland abzieht. Laut Kitzinger Einzelhandelskonzeptes (2023) sollten Nahversorger:

– städtebaulich integriert sein

– ins ÖPNV Netz eingebunden sein

– räumlich den fußläufigen Nahbereich abdecken, also den Einkauf zu Fuß ermöglichen und

– vorhandene Betriebe nicht schädigen.

Hier passt also etwas ganz und gar nicht!

Übrigens: Schon jetzt hat Kitzingen Lebensmittel im Überfluss! Wir haben ein Lebensmittelangebot für mehr als 50.000 Menschen! Und niemand ahnt, wieviele Lebensmittel täglich schon jetzt im Müll landen.

Das wäre die bessere Lösung:

Das alte Supermarktgebäude der U.S. Amerikaner in den Marshall Heights bietet bis zu 1.400 qm Verkaufsfläche! Interessiert das wirklich kein Handelsunternehmen, weil es ein paar Meter weiter rein im Wohngebiet liegt (aber mit Anbindung an die B8)? Laut Handelsverband ist die Fläche passend für einen Nahversorger.

Foto: KI-Generiert vmit GROK

Die Stadt könnte eine Anschubfinanzierung für einen 24/7-Laden oder einen „Dorfladen“ gewähren. Problematisch: Es ist alles in privater Hand. Und für den Eigentümer ist das XXL-Projekt von Riedel Bau nachvollziehbar natürlich deutlich attraktiver.

EIN KONZEPT WIE AUS DEN 70ern!

Alles an diesem Projekt widerstrebt dem Klimaschutzkonzept:

  • Mehr Verkehr.
  • Mehr Umweltbelastung.
  • Frischluftschneise wird noch mehr zugebaut.
  • Überangebot an Lebensmitteln ist NICHT nachhaltig.
  • Ramschware ist nicht nachhaltig.
  • Keine ÖPNV-Anbindung.
  • Keine Radwege.
  • Keine Fahrradabstellplätze.
  • Zu Fuß nicht erreichbar. 
  • Kundenplanung mit 85% Pkw ist von VORGESTERN. Soll noch mehr Pkw-Verkehr erzeugt werden?

Eine moderne Stadtentwicklungspolitik sieht anders aus!