„Wie wollen wir hier in Zukunft leben?“ –

Katharina Schulze | Foto: Gisela Kramer-Grünwald


Mit Katharina Schulze am Kitzinger Stadtbalkon

Am Rosenmontag war Katharina Schulze (MdL) zu Gast beim Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kitzingen, um sich mit Spitzenkandidierenden der GRÜNEN der Frage zu widmen: „Wie wollen wir hier in Zukunft leben?“. Trotz winterlichem Wetter und Regen fanden sich rund 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Kitzingen und Umgebung ein.

Gisela Kramer-Gruenwald, Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für die Kreistagswahl, moderierte die Veranstaltung.

Zunächst gab Klaus Sanzenbacher, Oberbürgermeister-Kandidat der GRÜNEN, eine Vorausschau auf die drängenden Aufgaben, die er als Oberbürgermeister angehen möchte: neben dem Schutz der Stadt und der Bevölkerung vor den Auswirkungen des Klimawandels und zunehmender Hitze seien dies die Schaffung eines barrierefreien Bahnhofs, die Einführung eines Stadtbusses sowie die Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Er betonte, dass Projekte der Stadt Kitzingen zukünftig abgestimmt und priorisiert angegangen werden müssten und ein Projektcontrolling unerlässlich sei, das regelmäßig einen Status zu Kosten, Termintreue und Qualität aufzeigen müsse.

Im Anschluss sprach Jutta Reck, Spitzenkandidatin der GRÜNEN für die Stadtratswahl, über ihre Vision für Kitzingen: eine krisenresiliente, demokratische und barrierefreie Stadt für Alle. Sie setzte weitere Schwerpunkte bei den Themen bezahlbarer Wohnraum für Familien, Singles und ältere Menschen sowie bei der Erarbeitung und Umsetzung von Notfallplänen für Krisensituationen. Ihre Rede beendete sie mit einer Fürsprache für die Gleichstellung von Frauen u.a. in der Politik, in der die kommunalen Räte heute nur zu rund 30% mit Frauen besetzt sind. Gleichberechtigung sei in Deutschland faktisch nicht vorhanden. Deshalb rief sie eindringlich dazu auf, bei der Kommunalwahl Frauen die Stimme zu geben, um der Sichtweise, Erfahrung und Qualifikation von Frauen mehr Gewicht zu geben und für Parität in den Räten zu sorgen.

Jan Schneider als Spitzenkandidat für die Kreistagswahl von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzte in seiner Rede als Schwerpunkt im Kreistag das Thema Zukunftspolitik, die über die nächste Legislaturperiode hinaus wirken müsse. Konkret stehe er für den Ausbau des ÖPNV, wohnortnahe gesundheitliche Versorgung, Hochwasserschutz und Bleibeperspektiven für junge Familien sowie Unterstützung der regional verwurzelten Wirtschaft. Wesentlich für ihn als jungen Menschen seien darüber hinaus Investitionen in Jugend und Bildung.

Da Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag, am Abend der Schlappmaulorden 2026 der KiKaG verliehen wurde, kam sie bereits am Nachmittag nach Kitzingen und sprach zu Herausforderungen, denen sich die Bürgerinnen, Bürger und die Politik stellen müssen: „Junge Familien beispielsweise brauchen Verlässlichkeit – bei Kita-Plätzen, Öffnungszeiten und guter Infrastruktur vor Ort. Es geht nicht um Schlagworte wie ‚Lifestyle-Teilzeit‘, sondern um die ganz konkrete Frage: Können Eltern arbeiten und zugleich gut für ihre Kinder da sein?“

Gleichzeitig dürften wir die großen Herausforderungen nicht ausblenden, so Schulze: „Die Klimakrise verschwindet nicht, nur weil man sie vertagt. Wenn der Freistaat den Kommunen Verantwortung überträgt, muss er sie auch mit den nötigen Mitteln ausstatten. Und wer Klimaziele wie Markus Söder einfach um fünf Jahre nach hinten schiebt, würde in jedem Unternehmen scheitern – politische Führung heißt, Probleme zu lösen, nicht Fristen zu verlängern.“

Auch das Thema Wirtschaft wurde natürlich angesprochen, die wirtschaftliche Strahlkraft Bayerns ginge gerade verloren, und es stelle sich die Frage, wie die bayerische Industrie und Wirtschaft in die Zukunft transformiert werden könne. Nicht zielführend sei, wenn wir an der Vergangenheit – wie der Verbrenner-Technologie – festhalten. Weshalb werde die bayerische Automobilindustrie von der bayerischen Staatsregierung weiterhin in der Vergangenheit gehalten, anstatt diese in die elektrische Zukunft zu schicken, sodass die bayerischen Autobauer die besten, schnellsten und tollsten E-Autos für die Welt produzieren könnten?

Zum Ende ihrer Rede fand Katharina Schulze zu der ihr eigenen versöhnlichen Art zurück mit den Worten, man solle nicht gegeneinander arbeiten, sondern gemeinsam Probleme lösen. Oft würden die gehört, die laut seien, die vieles schlecht machen und an allem herumnörgeln würden. Dabei gebe es so viele Menschen, die sich jeden Tag mit vollem Einsatz für die Gesellschaft einbringen; ihnen sollte man Gehör schenken. Im Vergleich zu anderen Ländern ginge es uns in Deutschland doch ziemlich gut – was großen Beifall der Anwesenden fand.

Katharina Schulze mahnte, dass die AfD unsere Art zu leben kaputt machen möchte – unseren Frieden, unsere Freiheit und unsere Selbstbestimmung. Wer dies bis heute nicht verstanden habe, wolle es nicht verstehen oder wolle bewusst den Zielen der AfD folgen.

Demokratie könne nur dann gerettet und gestärkt werden, wenn alle sie verteidigen. Es sei Aufgabe von uns allen und könne nicht an die Politikerinnen und Politiker oder eine Vereinigung abgegeben werden, die eine Demo vor Ort organisiert. Jede und jeder Einzelne von uns müsse sich täglich beteiligen und aufstehen, um unsere Demokratie zu verteidigen. Die nächste Gelegenheit dazu sei die Kommunalwahl am 8. März. Wir alle könnten tun, was richtig und wichtig sei, nämlich Ideen für die Zukunft entwickeln und an Problemen zu arbeiten und diese lösen – damit Bayern gemeinsam nach vorne geht.

Nach den Reden waren alle Gäste noch eingeladen zu Gesprächen und dazu, sich gegen eine kleine Spende an Tee, Kaffee und Kuchen zu bedienen. Die gesammelten Spenden kommen zu 100 % dem Verein Wellen brechen e.V., vertreten durch Ulrike v. Schultzendorff, zugute und dessen Arbeit für Opfer organisierter, sexualisierter und institutioneller Gewalt.