Viele interessieren sich für Kitzinger Biber

Groß und Klein folgten am Sonntagmorgen des 04. August 2019 den Spuren der Biber nahe des Technologieparks ConneKT. Der Ortsverband GRÜNE Kitzingen hatte zu einer kleinen Biber-Wanderung eingeladen und freute sich über reges Interesse. Andrea Schmidt, Stadträtin (Bündnis 90/GRÜNE): „Es war eine sehr gelungene und informative Veranstaltung. Alle Generationen waren vertreten.“

Der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Klaus Sanzenbacher, setzt sich schon seit vielen Jahren für Artenschutz ein und kennt sich bestens mit den Bibern aus. Er führte die Gruppe zu mehreren beachtlichen Biberdämmen und hatte viel Wissenswertes über das zweitgrößte Nagetier der Erde im Gepäck. Da die Biber nachtaktiv und sehr scheu sind, bekommt man sie nur selten zu sehen. Beste Chancen hätte man, wenn man sich in der Dämmerung auf die Lauer legte. Sanzenbacher hatte aber einen stattlichen ausgestopften Biber dabei, der vor allem bei den Kindern großen Anklang fand.

Der Biber siedelt sich seit einigen Jahren wieder im unterfränkischen Raum an. Naturschützer gehen von einer Population von ca. 300 Tieren im Landkreis Kitzingen aus.

Sie leben im Familienverbund und die Elterntiere bleiben ein Leben lang zusammen. Mit der Rückkehr der Biber in unsere intensiv genutzte und dicht besiedelte Landschaft können Konflikte (Flächenvernässungen, Fraßschäden an Gehölzen oder Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit) verbunden sein, zu deren Lösung der Landkreis Biberberater einsetzt. Biber sind nämlich Landschaftsarchitekten, da sie die Landschaft durch den Anstau von Gewässern verändern und so neue Lebensräume für andere Tier- und Pflanzenarten schaffen. Der Biber ist stets darauf bedacht, dass der Zugang zu seiner Höhle aus Schutz vor Feinden unterhalb der Wasseroberfläche liegt. Ist der Wasserstand zu niedrig, baut der Biber seine Dämme höher und staut das Wasser auf. Droht der Wasserpegel jedoch zu hoch zu steigen, öffnet der Biber die Dämme.

Die Schaffung solcher wassergeprägten Lebensräume ist für viele Tiere und Pflanzen in unserer trockenen Region sehr wichtig. Daher lautet das Fazit der Exkursionsteilnehmer: Toll, dass es bei uns wieder Biber gibt!

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